Deir Anbā Ṣamūʾīl
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Deir Anba Samu'il (arabisch: دير أنبا صموئيل, Dair Anbā Ṣamūʾīl, „Kloster des Hl. Samuel“, gesprochen: Dēr Amba Ṣamūʾīl) ist ein Kloster im ägyptischen Teil der Libyschen Wüste im Gouvernement Beni Suef südlich des Gebel el-Qalamūn (arabisch: جبل القلمون, Ǧabal al-Qalamūn) ca. 55 km nordnordwestlich von Maghāgha entfernt. Aus historischer Sicht gehört das Kloster organisatorisch zu den Klöstern des el-Faiyūm. Südlich des Wādī er-Raiyān liegt es am Nordrand des Wādī el-Mawālih (arabisch: وادي الموالح) in der Nähe der Quellen ʿAin es-Samar und ʿAin el-Burdi.
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[Bearbeiten] Hintergrund
Die Anfänge des Klosters reichen in das vierte oder fünfte nachchristliche Jahrhundert zurück. Die Mönche siedelten im nahe gelegenen Gebel el-Qalamūn. Zum Zeitpunkt des Todes Hl. Samuel lebten ca. 120 Mönche im Kloster. Im 7. Jahrhundert wurde es zerstört, aber im 12. Jahrhundert wieder errichtet, worüber der Historiker Abū Ṣāliḥ der Armenier berichtet. Hier erreichte es seine Blüte mit 130 Mönchen und zwölf Kapellen, eine der Kirchen war der Heiligen Jungfrau geweiht. Das Kloster wurde von einer großen Mauer mit vier Türmen umgeben und umfasste neben den Kapellen einen großen Garten. Ein Mönch namens Muhna lebte in einer Höhle des Gebel el-Qalamūn. Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster aufgegeben, der arabische Historiker el-Maqrizi erwähnt noch zwei der vier Türme und zwei Quellen. 1895 (andere Quellen nennen auch 1897 bzw. 1898) wurde das Kloster von Abū Ischaq al-Baramusi mit zehn seiner Anhänger, die aus dem Kloster Deir el-Baramūs im Wādī an-Natrūn stammten, wiederbesiedelt. Die zahlreichen Mönche des heutigen Klosters betreiben Landwirtschaft im Umland des Klosters.
In Zeiten der Christenverfolgung soll das Kloster Versteck der Reliquien des Hl. Georg gewesen sein.
Der Namensgeber des Klosters, Samuel der Beichtvater, wurde 597 im Dorf Pelhip (Dakluba) im Nordwestdelta geboren. Seine Eltern waren Silas (Arselaos), der Presbyter, und Kosmiane. Er widersetzte sich dem Wunsch seiner Mutter zu heiraten. Mit ihrem Tod, er war 18-jährig, verließ er sein Elternhaus, um Mönch im Makarius-Kloster im Wādī an-Natrūn (Sketis) zu werden. Sein Lehrer war der Hl. Agathon. Nach Flucht aus der Sketis um 631 und dem Wegzug aus dem Kloster Deir an-Naqlum in el-Faiyūm nach einer Gefangennahme siedelt er im hiesigen Kloster. Er starb hier am 18. Dezember 693, dies ist auch sein Gedenktag im koptischen Synaxarium (Martyrologium, 8. Kiahk).
[Bearbeiten] Anreise
Das Kloster ist das wohl abgelegendste Kloster in Ägypten. Die Anreise erfolgt über weite Strecken auf Wüstenpisten. Somit ist die Verwendung eines geländegängigen Fahrzeuges (4 × 4) unumgänglich.
Man erreicht das Kloster zum einen über eine Piste im Westen der beiden Seen des Wādī er-Raiyān, der man in südsüdöstlicher Richtung folgt, oder von Maghāgha nach Westen über Bartubat el-Gebel und von hier aus entlang der Piste in nordnordöstlicher Richtung.
[Bearbeiten] Mobilität
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Von den frühen Bauten des Klosters ist nur noch ein Stück der alten Umfassungsmauer im Nordwesten des Klosters erhalten. Heute gibt es hier drei bedeutende Kirchen:
- Die so genannte Katakombenkirche des Hl. Samuel ist die älteste; sie geht auf das 5. Jahrhundert zurück. Sie besteht aus einem Vorraum (Narthex) und dem Kirchenschiff. Zwei Treppenstufen führen zu einem Steinaltar, dem Allerheiligsten (Haikal). Von Interesse ist sicher auch die ca. 1 m hohe Marmorsäule.
- Die Kirche des Hl. Misael wurde 1905 errichtet. Das Allerheiligste ist durch eine Steinwand vom Kirchenschiff abgetrennt. In dieser Kirche werden die Reliquien des Hl. Bisada und des Hl. Domitius (Domatious) aufbewahrt.
- Die jüngste Kirche, die Kirche der Heiligen Jungfrau, wurde 1958 an der Stelle einer früheren Kirche errichtet. Sie wird von zwölf Kuppeln bekrönt. An der Nordwand sind die Reliquien des Hl. Samuel und des Hl. Apollon zu sehen.
Im 5 km nördlich des Klosters entfernten Gebel el-Qalamūn findet sich in 160 m Höhe, ca. 15 m unterhalb des Gipfels auf der Westseite die Höhle, in der der Hl. Samuel lebte.
[Bearbeiten] Aktivitäten
[Bearbeiten] Einkaufen
[Bearbeiten] Küche
[Bearbeiten] Unterkunft
[Bearbeiten] Ausflüge
[Bearbeiten] Literatur
- Meinardus, Otto F. A. : Two thousand years of Coptic Christianity, Cairo : American University in Cairo Press, 2002, ISBN 977-424-757-4, S. 251 f.
- Abû Sâliḥ the Armenian; Evetts, Basil Thomas Alfred : The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian, Oxford : Clarendon Press, 1895; verschiedene Nachdrucke, z.B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 0971598673, S. 206 – 208.
[Bearbeiten] Weblinks
- Homepage des Samuel-Klosters
- Biografie des Samuel auf Wikipedia (englisch)
- Lives of Saint: Kiakh 8, koptisches Synaxarium (Martyrologium) zum 8. Kiahk (Coptic Orthodox Church Network)

