Qaṣr Dūsch
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Qasr Dusch (arabisch: قصر دوش, Qaṣr Dūsch; das antike Kysis) ist eine archäologische Stätte im Süden der Senke el-Chārga in der Libyschen Wüste (Ägypten), nördöstlich des Dorfes Dūsch, ca. 95 km südlich der Stadt el-Chārga und südlich von Bārīs. Die Siedlung Dūsch existierte aber bereits vor der griechisch-römischen Zeit, darauf deutet ein Ostrakon (beschriftete Steinscherbe) aus der Zeit des Xerxes (483 v. Chr.) hin.
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[Bearbeiten] Anreise
Man kann mit einem PKW zu dieser Stätte gelangen. Man fährt auf der Fernverkehrsstraße nach Bārīs, durchquert die Stadt, bis man nach ca. 20 km zwischen el-Maks el-Bahri (arabisch: المكس البحري, al-Maks al-Baḥrī, „die nördliche Zollstation“) und el-Maks el-Qibli (arabisch: المكس القبلي, al-Maks al-Qiblī, „die südliche Zollstation“) an einen Abzweig (Asphaltstraße) nach Osten in Richtung 'Ain Mansur (arabisch: عين منصور, ʿAin Manṣūr) gelangt.
[Bearbeiten] Mobilität
Das Gelände der Festung und des Tempels muss man zu Fuß ergründen.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Festung Qaṣr Dūsch
Auf dem höchsten Hügel in dieser Gegend befindet sich die Festung Qaṣr Dūsch, die aus ptolemäischer Zeit stammt. Sie diente möglicherweise dem Schutz der Darb-ad-Dusch-Route nach Esna bzw. Edfu. Im Ostteil der Festung befindet sich der römische Tempel von Dūsch.
[Bearbeiten] Tempel von Dūsch
Der Tempel ist von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt LE 20.
Der Sandsteintempel befindet sich östlich der Festung Qaṣr Dūsch (24° 34' 57" N 30° 42' 48" O), er ist im römischer Zeit unter Domitian errichtet worden und ist der Isis und dem Sarapis geweiht. Inschriftliche Belege gibt es auch von seinen Nachfolgern Trajan und Hadrian. Der Tempel ist in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet, sein Eingang befindet sich im Norden. Der Tempel ist Teil einer Festung, in deren Ostteil er integriert wurde.
Man durchquert zwei Tore, um über einen großen Hof zum Tempel zu gelangen. Der 8 × 20 m große Tempel besteht aus einem Vorhof, einer Säulenhalle mit vier Säulen und einem Doppelsanktuar (Allerheiligstes). [Evtl. diente das vordere Sanktuar als Opfertischsaal.] Der Tempel verfügt nur über wenige Dekorationen: an der Fassade zum Vorhof und zum Säulensaal, wenige Spuren im Doppelsanktuar und an der Tempelrückwand.
Auf den Anten zum Vorhof ist Kaiser Hadrian vor verschiedenen Göttern dargestellt. Die Fassaden zeigen Hadrian, wie er ein Götterbildnis an Isis bzw. Sarapis opfert, auf den Pfosten sind die Kronengöttinnen, Kaiser Hadrian und Nilgötter dargestellt. Auf dem Türsturz und den Pfosten zur Säulenhalle ist ebenfalls Hadrian dargestellt, wie er verschiedenen Göttern, u.a. Isis und Sarapis, Opfer darbringt.
Auf dem Türsturz zum vorderen Sanktuar ist der vor Göttern opfernde kniende Hadrian dargestellt. Die Pfosten am Eingang zum hinteren Sanktuar tragen Inschriften des Domitian. An der Rückwand des hinteren Sanktuars erkennt man den opfernden Domitian vor Osiris und Horus und im Beisein von Isis.
Die Tempelrückseite ist mit einer Friesinschrift des Trajan, zwei Doppelszenen, einer weiteren Inschriftenzeile und dem König mit Szepter oder Keule vor Nilgöttern ausgeschmückt. In den Doppelszenen ist links der Kaiser Domitian vor Harsiese bzw. Isis, und rechts vor Osiris (oder Amun-Re) und Isis dargestellt.
[Bearbeiten] Goldschatz von Dūsch
Etwa 10 m nordwestlich der Fassade zum Vorhof des Tempels wurde 1989 bei Grabungen des Institut Français d’Archeologie Orientale in der Festung der Goldschatz von Dūsch gefunden. Er besteht aus einem Diadem mit der Figur des Sarapis, einer Halskette mit Plaketten und zwei Achat-Armreifen aus Massivgold, die in einem Terrakotta-Gefäß aufbewahrt waren. Die Goldgegenstände stammen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. und gehörten wohl zum Tempelinventar. Es ist denkbar, dass dieser Schatz in der Zeit zunehmender Christianisierung etwa im 5. Jahrhundert hier versteckt wurde. Der Schatz ist heute im Juwelensaal des Ägyptischen Museums von Kairo ausgestellt.
[Bearbeiten] Zweiter Tempel
Ungefähr 200 m westlich der Festung befindet sich ein zweiter Lehmziegel-Tempel, der wohl ebenfalls aus römischer Zeit stammt. Er besteht aus mehreren Räumen mit tonnengewölbten Decken und trägt keinerlei Inschriften.
[Bearbeiten] Friedhöfe
Im Norden der Festung Dusch in ca. 1 – 2 km Entfernung befinden sich mehrere Friedhöfe, die alle aus römischer Zeit stammen, mit Schacht- oder Kammergräbern.
[Bearbeiten] Unterkunft
Eine Unterkunft wird üblicherweise in der Stadt el-Chārga, seltener in Bārīs gewählt.
[Bearbeiten] Ausflüge
Die Tempel und die Festung von Dusch sollten zusammen mit anderen Stätten entlang der Straße nach Bārīs besucht werden, z.B. mit den Tempel von Qasr ez-Zaiyan und el-Ghweita.
Nördlich von Dusch befindet sich bei 'Ain Manāwir (arabisch: عين مناور) ein Aquädukt, der der Bewässerung der hiesigen Felder diente.
[Bearbeiten] Literatur
- Naumann, Rudolf : Bauwerke der Oase Khargeh. In: Mitteilungen des Deutschen Instituts für ägyptische Altertumskunde in Kairo, Band 8 (1939), Seiten 1 – 16, Tafeln 1 – 11; insbesondere S. 6 – 8, 12 – 15, Abb. 3, 6, Tafeln 5 f, 10, 11.a.
- Eine wissenschaftliche Darstellung des Goldfundes von Qaṣr Dūsch findet man in: Reddé, Michel : Le trésor de Douch (Oasis de Kharga), Le Caire: Inst. français d’archéologie orientale, 1992, (Douch; 4), (Documents et fouilles / Institut français d’archéologie orientale de Caire [DFIFAO]; 28).
[Bearbeiten] Weblinks
- Dush von Su Bayfield (englisch)

